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Verstärkung bei der DMA: Dr. Diethelm Krull – Kommunikation und Führung

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Führen in stürmischen Zeiten
Manager leben ein anstrengendes Leben. Immer höhere Ansprüche werden an sie gestellt, immer schneller müssen sie entscheiden, immer mehr Einflussfaktoren beachten. Dabei wird ihre Welt immer schneller und dichter, die Komplexität der Anforderungen wächst beinahe täglich. Der Kampf um Kunden und Marktanteile wird härter – aber die Motivation von Führungskräften sinkt vielerorts wegen scheinbarer Ausweglosigkeit. Und dennoch müssen sie sich täglich aufs Neue als Führungskräfte profilieren.
Wessen bedarf es dazu?

Sind etwa 95 Prozent der deutschen Führungskräfte der Überzeugung, sie seien gute Führungskräfte, und betrachten etwa 65 Prozent von ihnen einer aktuellen Untersuchung zufolge ihre fachliche Kompetenz als den Schlüssel zu guter Führung, so stehen dem andere Zahlen gegenüber: Die jährliche Gallup-Studie zum Beispiel weist regelmäßig nach, dass ein erschreckend hoher Prozentsatz der Arbeitnehmer innerlich bereits gekündigt hat. „People leave managers, not companies!“, sagte Klaus Linneweh ganz richtig. Die eigenen Leute geschlossen hinter sich zu sammeln wird fast zu einem Ding der Unmöglichkeit.

Es läuft etwas falsch mit der Führung.

Denn entscheidend für die Führungsqualität einer Führungskraft sind ganz andere Faktoren als die fachliche Qualifikation, die kommt fast ganz zuletzt und muss als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Stattdessen muss man das Augenmerk neben der methodischen Kompetenz einer Führungskraft vielmehr richten auf ihre soziale und vor allem auf ihre Selbstkompetenz. Hier entscheidet sich die Fähigkeit zur Führung. Die ist nämlich mitnichten etwa angeboren – ebenso wie die zur Fähigkeit zur Kommunikation, einer der wichtigsten Bestandteile von Führung.

Was sind nun die Inhaltsstoffe, aus denen gute Führung besteht – nebenbei: wir sprechen hier ausschließlich über MENSCHEN-Führung, nicht über Geschäftsführung?
Um bei allem Respekt vor der Fülle der Literatur zum Thema, die häufig nur in die Irre führt, Antworten zu finden, lohnt es sich, einerseits in der Geschichte bei unbestritten großen Führungspersönlichkeiten und andererseits einer Institution nachzusuchen, die nachweislich große Erfahrung in der Menschenführung hat: dem Militär.

Gerade beim Militär, in dem es in Extremsituationen ums Ganze geht, muss man die Mechanismen der Menschenführung, die Essenz der Führungsregeln, die in größter Not sichere Gefolgschaft garantieren, doch kennen. Wie wird beim Militär geführt? Was sind die Grundbestandteile einer verlässlichen Führung, wie baut man sie auf? Wie stellt man sich auf äußerste Belastungen ein? Wie gehen Extremsituationen vor sich? Was garantiert effiziente Kommunikation auch im Krisenfall?

Lassen sich die daraus gewonnenen Erkenntnisse auf die Führung von Menschen in der Wirtschaft übertragen und für diese nutzbar machen? Worin unterscheiden sich militärische und zivile Führung? Unterscheiden sie sich wirklich?

Vielleicht wird am Ende gar nicht so überraschend sein, dass sich die Mechanismen, die Essentials guter Führung aus einem Mix von nur wenigen, dafür aber sehr zentralen Grundbegriffen ergeben, die zu Grund-Verhaltensweisen führen. Diese Begriffe klingen ganz einfach, ja fast simpel oder trivial, altbacken und tausendmal gehört, und doch werden sie leider viel zu oft falsch interpretiert und bewertet, oder sie sind einfach nicht im aktiven Bewusstsein von Führungskräften gespeichert. Denn wie die Realität zeigt, erweist sich ihre überzeugende und nachhaltig wirksame Umsetzung tatsächlich als eine hohe Kunst. Dafür bedarf es idealerweise zwar einiger Voraussetzungen, man kann diese Kunst aber auch schaffen und kultivieren, man muss sie vor allen Dingen immer wieder üben. Doch wer auf dieser Klaviatur spielen kann, dem stehen viele, sehr viele Türen offen.
Geniale Menschenführer glichen und gleichen sich oftmals in der Anwendung solcher Mittel, auch über Jahrtausende hinweg.

Auf einem erschöpfenden Marsch durch die Wüste, der viele das Leben kostete, schüttete Alexander der Große einen (nur) ihm angebotenen Rest Trinkwasser weg, ohne davon getrunken zu haben. Warum tat er das? Weil er „von vorn“ führte und seinen Leuten ein Vorbild sein wollte. Zwar König und „von göttlicher Abstammung“, war er aber doch „einer von ihnen“.

Der geniale karthagische Feldherr Hannibal, der durch unvorhersehbare Aktionen die langsam entstehende Weltmacht Rom fast an den Rand des Untergangs brachte, strich in der Nacht oftmals im einfachen Soldatenmantel durch sein Feldlager, setzte sich zu Soldaten ans Feuer und schlief dort auch. Wieso tat er das? Weil er Bescheidenheit propagierte, seine Leute kennenlernen und kameradschaftliche Nähe zu ihnen herstellen wollte. Auch er war einer von ihnen.

Caesar verstand es, seine Soldaten zu „größter Ergebenheit und Tapferkeit anzuspornen“. Wie tat er das? Hart gegen Feinde, mild und freigebig gegen Freunde war Caesar selbst bescheiden und vermittelte den Soldaten seiner Legionen durch mitreißende Reden und Taten (!) die Sinnhaftigkeit seines und ihres Auftrags. Er war Konsul der römischen Republik, Feldherr und seinen Leuten ein genialer Menschenführer, und doch war er schlicht auch selbst einer von ihnen.

In diesem Mix von persönlichen Eigenschaften spielt das Menschenbild von Führenden eine zentrale Rolle. „Wer Menschen führen will, muss Menschen mögen!“, ist ein Grundsatz militärischer Führung. Daneben gilt: Kommunikation ist der Schlüssel zu allem Weiteren, ihre Bedeutung kann gar nicht überschätzt werden. Führende sollten unter anderem die Sinnhaftigkeit ihres Tuns den Geführten vermitteln, Vertrauen untereinander aufbauen können, darüber hinaus sollten sie glaubwürdig und berechenbar, sie müssen schlicht Vorbild sein. Führen geht nur über „Vorbild“! „Das gute Beispiel ist nicht eine Möglichkeit, andere zu beeinflussen – es ist die einzige.“, so der Menschenfreund, Forscher und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer.
Aber das ist eben doch gar nicht so einfach, wie es klingt.

Dabei kommt auch der „Würde“ eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Leider ist die weit tragende Bedeutung des Begriffs, die den Einzelnen eindeutig in die Pflicht nimmt, uns heute – scheinbar, anscheinend? – nicht mehr wichtig. Sie wirkt nämlich viel stärker in jede operative Tätigkeit hinein, als uns bewusst ist.

Diese Essentials allerdings sind nicht für gänzlich umsonst zu haben – sie beanspruchen „den ganzen Menschen“, durchmogeln kann man sich da nicht. Die kann man sich jedoch aneignen, sich verinnerlichen und daraus Handlungsmaximen ableiten und trainieren. In der dauerhaften möglichst objektiven (!) Spiegelung der eigenen Führungsfähigkeiten liegt die Wurzel für den Aufbau einer nachhaltig wirksamen Führungskraft, die sich auch in stürmischen Zeiten der Gefolgschaft ihrer Leute sicher wissen kann.

„Kinderstube“ entscheidet wesentlich über die Ausprägung von Führungseigenschaften mit, mehr, als vielleicht gedacht, doch „dem wachen Geist wächst keine Grenze“. Das vorsätzliche Entwickeln-Wollen der eigenen Führungsfähigkeiten, das man allerdings nicht allein bewerkstelligen kann und das man auf keinen Fall der „Selbstregulierung“ der operativen Praxis, der „normativen Kraft des Faktischen“, überlassen sollte, ist Grundvoraussetzung dafür, auf dem Weg zur wirksamen Führungskraft entscheidend voranzukommen.

Wenn nicht die fachliche Qualifikation sticht (die man voraussetzen darf), dann muss es die persönliche Qualifikation sein, die eine Führungskraft macht und darüber hinaus das Profil einer Führungskraft von dem einer Führungspersönlichkeit unterscheidet. An dieser Qualifikation kann man, ja, muss man arbeiten. Da hat man – genau genommen – gar nicht die Wahl. Aber das kann ja auch Spaß machen, denn man kultiviert sich damit unterscheidbar.

Im Reifestadium dieses Weges steht dann unter Umständen sogar eine Persönlichkeit, der man ein gewisses Charisma nachsagt, eine Führungspersönlichkeit, die durch Vorbild Vertrauen weckt, weil sie menschlich, nachhaltig, wirksam und mit Anstand führt. Der Mensch ist die Marke.

Entscheiden, wohin Sie führen wollen, sollten Sie selbst. Doch wir können Sie um das „Wie“ des Führens begleiten, uns mit Ihnen gemeinsam Ihr Führungsauftreten anschauen, Ihre Führungseigenschaften freilegen, trainieren und mit Ihnen gemeinsam Ihr Führungsprofil behutsam weiterentwickeln. Dazu verfügen wir über mehrere Instrumente, von der einfachen Präsentation über Workshops bis hin zum langfristig angelegten vertrauensvollen Dialog.

Für alle militärischen Belange und in der Regel bei der Präsentation arbeitet er zusammen mit Manutscher Saba, derPolitikwissenschaften, Geschichte und Rechtswissenschaft studierte. Saba lehrt heute an der Universität Bonn und berät bei der Bundesagentur für Arbeit Führungskräfte. Als Oberstleutnant der Reserve (Psychological Operations) war er 2013 als Kommandeur im Auslandseinsatz im Kosovo.

Bei besonderen Gelegenheiten, zum Beispiel bei strategischen Fragen, arbeitet Dr. Krull jedoch auch mit einem Brigadegeneral i.R. und einem Generalmajor i.R. zusammen.
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Dr. Diethelm Krull, Kommunikationswissenschaftler/ Publizist und Archäologe, hat seine eigene Militärzeit in einer Einheit für Psychologische Verteidigung zugebracht. Nach kurzer wissenschaftlicher Tätigkeit war er über zwanzig Jahre in leitenden Positionen im internationalen Buchverlagsmanagement tätig. Seit etwa der Jahrtausendwende arbeitet er als freier Berater zu Fragen der Kommunikation.
Für weitergehende militärische Belange sichert er sich die Mitarbeit eines (sehr aktiven) Oberstleutnants d.R., in besonderen, zum Beispiel strategischen Fragen auch die eines Brigadegenerals i.R. und eines Generalmajors i.R.

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Eine Antwort auf: Verstärkung bei der DMA: Dr. Diethelm Krull – Kommunikation und Führung

  1. Fan der Markenarbeiter sagt: 16. Juni 2017 um 16:12

    …schade, seit dem CEO-Wechsel ist hier nichts mehr los…

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